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„Wer rezitiert so spät durch Nacht und Wind?“

Goethe zu Besuch am Balladenabend der HMS, um einer Expertenrunde und dem Publikum sein „Ur-Ei der Dichtung“ zu erläutern.

Gerichtsverhandlung, Talkshow, Tanz und Schattenspiel – der Balladenabend an der Heinrich-Mann-Schule bot eine kreative Vielfalt an Darstellungsformen

Kein Geringerer als Goethe betrat am Balladenabend des siebten Gymnasialjahrgangs die Bühne im Foyer des Oberstufengebäudes der Heinrich-Mann-Schule, um höchstpersönlich sein Gedankengut zum „Ur-Ei der Dichtung“, zur Entstehung der Textform „Ballade“, zum Besten zu geben. Mit dieser Darbietung „Eine Ballade – was ist das?“ der Klasse 7bG unter Leitung von Deutschlehrerin Nicole Seib begann die gelungene Abschlusspräsentation, die den Höhepunkt einer dreitägigen Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dieser Literaturart darstellte. Wie ertragreich die kreative und intensive Auseinandersetzung mit den Texten war, zeigte nicht nur der fachlich-theoretische Auftakt, sondern vor allem die Programmvielfalt und die kreative Breite an dargebotenen Umsetzungen auf der HMS-Bühne. Ob eine aktuelle Diskussionsrunde in Anlehnung an Kästners „Ballade vom Nachahmungstrieb“ (Klasse 7dG, Deutschlehrerin Ilka Jochum), Schillers „Bürgschaft“ als kunstvolles Schattenfigurenspiel (Klasse 7aG, Deutschlehrerin Ann-Katrin Heimer) oder eine szenische Aktualisierung von Goethes „Erlkönig“ (Klasse 7cG, Deutschlehrer Rüdiger Lange), bei der ein Vater seinen Sohn zum Therapeuten fährt, die Schülerschaft zeigte sich einfallsreich und kein Endprodukt glich dem anderen. Auch die theatrale Spielfreude hat sie für sich entdeckt, Schillers „Taucher“ (Klasse 7bG) fand seine Entsprechung in einer Mutprobe der Neuzeit, Fontanes „John Maynard“ (Klasse 7dG) wurde zur TV-Reportage, die Hexen aus Fontanes „Brücke am Tay“ (Klasse 7dG) sprangen mit altem Wortgut und neuen Kehrbesen über die Bühne. Spektakulär war das Tanzduell zwischen Dämonen und Schutzengel im Rahmen von Droste-Hülshoffs „Knabe im Moor“ (Klasse 7bG), das letztlich ein gutes Ende nahm. Neben dem unterhaltsamen Bühnenprogramm waren noch weitere Exponate rund um eine Auseinandersetzung mit Balladen zu bewundern, wie Kurzfilme, Comics, Zeichnungen und Biographien einiger großer Dichter. Wieder einmal war es erstaunlich, wie viel alle Beteiligten in der Kürze der Zeit auf die Beine gestellt hatten.

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